Hinrichtungen 2018: min. 690 plus 'Tausende' in China

Die Todesstrafe als 'Abschluss' für Mordopfer-Angehörige?

Zitate aus Zuschriften:

......Die Todesstrafe ist die einzig richtige Strafe für Mörder, Vergewaltiger und Kinderschänder.......
......alles andere wäre eine Strafe für die Hinterbliebenen und Angehörigen.......

In den USA ist die Vorstellung weit verbreitet, es wäre für die Angehörigen von Mordopfern eine große Hilfe bei der Bewältigung ihres Schmerzes, wenn der Mörder getötet wird.

In vielen US-Staaten haben die Angehörigen das Recht, Zeugen der Hinrichtung zu sein.

Die praktischen Erfahrungen zeigen aber, dass das keinesfalls eine geeignete Form der Bewältigung ist und von denen, die Zeugen einer Hinrichtung geworden sind, in den seltensten Fällen so erlebt wird.

Zunächst einmal bedeutet es ja für denjenigen, der sich Genugtuung und Bewältigung seines Schmerzes verspricht, dass er jahrelang auf die Hinrichtung des Mörders wartet (10 Jahre oder noch erheblich länger). In dieser Zeit wird ein produktiver Umgang mit dem Schmerz und ein innerliches Abschließen eher verhindert, weil der Betroffene sich ganz auf das Rachegefühl fixiert.

Die Hinrichtung selbst wird unterschiedlich erlebt. Viele sind enttäuscht und behaupten, der Verurteilte habe viel zu wenig gelitten. Andere sind schockiert oder traumatisiert, Zeuge davon geworden zu sein, wie ein Mensch planvoll ermordet wird.

Manche werden aufgrund dieser Erfahrung aktive Todesstrafengegner.

Es gibt aber auch immer wieder Angehörige, die es ablehnen, Zeugen der Hinrichtung zu werden, weil sie nicht glauben können, dass ihr Schmerz dadurch geringer würde, dass den Angehörigen des Todeskandidaten derselbe Schmerz zugefügt wird.

Ein eindrucksvolles Beispiel für eine solche Haltung ist Anne Coleman. Sie ist Koordinatorin für die Abschaffung der Todesstrafe bei Amnesty International im Bundesstaat Delaware und hat eine Tochter durch Mord verloren. Bitte lesen Sie ihren Bericht hier.

In diesem Zusammenhang möchten wir Sie auch ausdrücklich einladen, sich die Webauftritte der Opferorganisationen 'Journey of Hope', 'Murder Victim's Families for Human Rights' und 'Murder Victim's Families for Reconsiliation' anzusehen.

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