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Brief an Gouverneur Arnold Schwarzenegger

Am 20. Januar 2005 schrieb Matthias Wippich - damaliger stellvertretender Vorsitzender und Webmaster der GCADP - einen Brief an Arnold Schwarzenegger, der in seiner Funktion als Gouverneur von Kalifornien die Hinrichtung von Donald Beardslee zugelassen hatte.

Brief

Sehr geehrter Herr Schwarzenegger,

Seit mehreren Jahren engagiere ich mich nun schon gegen die Todesstrafe.
Bei jeder Hinrichtung bin ich aufs neue erschüttert und kann nicht begreifen, dass diese Barbarei, diese fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen in einem zivilisierten Land wie den Vereinigen Staaten immer noch regelmäßig stattfinden.

Doch der Fall Donald Beardslee berührt mich noch auf andere Weise.
Hier ist jemand zum Täter geworden, der dieselbe Sprache spricht und aus demselben Kulturkreis stammt, wie ich. Aufgewachsen - wie ich - im Schatten des schwersten Verbrechens, dass Menschen wohl jemals begangen haben.
Haben Sie sich niemals die Frage gestellt, welche Konsequenzen die Taten unserer Eltern und Großeltern für uns haben müssen?

Immerhin haben Deutschland und Österreich die Todesstrafe bereits kurz nach dem Krieg abgeschafft, die Vereinten Nationen haben die Menschenrechte verkündet, die Würde des Menschen, sein Recht auf Leben und seinen Schutz vor grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Strafe garantieren sollen.

Ohne dass uns persönlich Schuld trifft an den ungeheuren Verbrechen, die Deutsche begangen haben, bin ich doch fest überzeugt, dass wir eine besondere Verpflichtung zur Achtung der Menschenrechte haben.

Sie hatten die Macht über Leben und Tod.
Sie hielten Donald Beardslees Leben in Ihren Händen.
Sie hätten verhindern können, dass er kaltblütig und vorsätzlich in einer barbarischen Zeremonie vergiftet wird.
Sie haben es nicht getan, sondern ihm seinen Henkern ausgeliefert.

Sie berufen sich dabei auf die Entscheidung der vielen Gerichte.
Aber entlastet das Sie von persönlicher Schuld?
Nein!
Es gibt immer viele Täter bei einer Hinrichtung: Staatsanwälte, Jurys, Gesetzgeber, das Gefängnispersonal und den Gouverneur.

Sie hätten eine schwere Menschenrechtsverletzung verhindern können, sie hätten ein Menschenleben retten können und haben es nicht getan.
Dadurch sind Sie zum Täter geworden.
Sie sagen, die vorgelegten Beweise hätten Sie nicht überzeugt, hätten keine Begnadigung gerechtfertigt. Welche Rolle spielen irgendwelche Beweise ?

Die Todesstrafe ist immer falsch; sie ist immer ein gravierender Missbrauch staatlicher Gewalt; sie ist immer ein Verbrechen.

Ich kann nur hoffen, dass Sie möglichst bald in der Lage sein werden, Ihre Schuld zu erkennen und die richtigen Konsequenzen aus dieser Erkenntnis ziehen.

Nehmen Sie sich ein Beispiel an Ex- Gouverneur Ryan aus Illinois!
Begnadigen Sie alle Insassen des Todestrakts von Kalifornien und setzten Sie sich für die Abschaffung der Todesstrafe ein!

Hochachtungsvoll!

Matthias Wippich
stellvertretender Vorsitzender der Initiative gegen die Todesstrafe e.V.
Mitglied von amnesty international

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