Florida: Duane Owen hingerichtet – nach fast vier Jahrzehnten in der Todeszelle

Am Donnerstagabend wurde im US-Bundesstaat Florida der 62-jährige Duane Owen nach fast 40 Jahren im Todestrakt mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er hatte im Frühjahr 1984 sowohl eine 14-jährige Babysitterin als auch eine 38-jährige alleinstehende Mutter von zwei Kindern vergewaltigt und getötet.

Owens Anwälte hatten vergeblich versucht die Exekution zu verhindern, indem sie argumentierten, ihr Mandant sei aufgrund mentaler und psychischer Probleme nicht hinrichtungsfähig.

Petitionen gegen die Hinrichtung von Duane Owen wiesen darauf hin, dass er als Sohn alkoholkranker Eltern geboren wurde, seine Mutter an Krebs starb und kurz darauf sein Vater Selbstmord beging, als er neun Jahre alt war. Im Waisenhaus sei er sexuell und körperlich missbraucht worden, u.a. sei er zum Sex mit einem 35-jährigen Erzieher gezwungen worden. Zwei der Geschworenen hatten aufgrund dieser Hintergründe gegen ein Todesurteil und für lebenslange Haft gestimmt.

Bei der Hinrichtung waren einige Angehörige der Opfer anwesend. Aber nicht alle Familienangehörigen befürworteten den Tod des Täters. So äußerte sich eine Cousine des 14-jährigen Mädchens mehrfach im Chat einer Online-Mahnwache bei Facebook, dass ihr der Tod Duane Owens keinen Frieden gebe und sie nicht nur für die Opfer, sondern auch für den Täter bete:

„Karen Slattery war meine Cousine. Aber ich verstehe nicht, wie die Todesstrafe irgendjemandem hilft. Ich bete für Karen, Georgiana und Duane. Ich kann Ihnen sagen, dass, obwohl meine wunderbare Cousine Karen ihr Leben so jung verloren hat, der Tod von Duane ebenso schrecklich ist. Mein Herz schmerzt für alle. Ich bete dafür, dass Duane endlich die Liebe und den Frieden erfährt, die er als kleiner Junge nie erfahren hat.“

Es war bereits die vierte Vollstreckung eines Todesurteils in Florida in diesem Jahr, nach dreieinhalb Jahren ohne Hinrichtungen und nur durchschnittlich jeweils zwei Exekutionen jährlich von 2015 bis 2019. Experten vermuten politische Hintergründe, da der republikanische Gouverneur Ron DeSantis eine Kandidatur für den US-Präsidenten anstrebe.

Quellen:
https://apnews.com/article/execution-florida-crime-death-penalty-d49e5c9b58de4952a08cf8d418857e3d
https://www.facebook.com/deathpenaltyaction/videos/1295146178022597