Alabama: Jamie Mills per tödlicher Injektion hingerichtet – trotz fragwürdigen Verhaltens der Anklage

Am Donnerstagabend wurde der 50-jährige Jamie Ray Mills mit einer tödlichen Injektion durch den US-Bundesstaat Alabama hingerichtet. Mills war zum Tod verurteilt, weil er 2004 zusammen mit seiner Frau ein älteres Ehepaar in deren Haus unter dem Vorwand, telefonieren zu wollen, überfallen und getötet haben soll.

Die Hinrichtung begann etwa anderthalb Stunden, nachdem der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten eine letzte Berufung von Mills und einen Antrag auf Aussetzung der Hinrichtung abgelehnt hatte.

Seine Anwälte argumentierten vergeblich, dass die Hauptbelastungszeugin – Jamie Mills‘ Frau – ihre Aussage im Prozess änderte, nachdem man ihr offenbar einen Deal angeboten hatte im Sinne einer Strafmilderung für sie, und dass das Todesurteil gegen ihren Mandanten daher nicht rechtens sei. Mills‘ Frau hatte der Polizei zunächst erzählt, ein örtlicher Drogendealer habe die Morde begangen, bevor sie im Prozess ihren Mann belastete.

Alabamas Equal Justice Initiative (EJI), die Mills viele Jahre vertrat, veröffentlichte nach der Hinrichtung eine Erklärung: „Durch das Versäumnis, die Gespräche und Absprachen mit der Hauptzeugin des Staates gegen Jamie Mills im Prozess ehrlich offenzulegen, haben die Staatsanwälte 17 Jahre lang gelogen, getäuscht und die Zuverlässigkeit der Beweise gegen Jamie Mills falsch dargestellt. Sie waren nicht ehrlich zu Jamie Mills, den Geschworenen, dem Richter, den Berufungsgerichten auf Bundes- und Landesebene oder der Öffentlichkeit. Neue Beweise, die diesen Betrug dokumentieren, wurden als ‚zu spät‘ abgetan, so dass Finalität wichtiger war als Fairness. Das ist keine Gerechtigkeit.“

Quelle: https://www.al.com/news/huntsville/2024/05/alabama-set-to-execute-jamie-mills-by-lethal-injection-for-elderly-couples-2004-beating-deaths.html