Florida: Loran Cole hingerichtet – trotz massiven Missbrauchs an berüchtigter Reformschule

Am Donnerstagabend wurde der 57-jährige Loran Kenstley Cole im US-Bundesstaat mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war für die Ermordung eines Studenten während einer Camping-Tour und die Vergewaltigung von dessen Schwester im Jahr 1994 zum Tod verurteilt. Sein Komplize verbüßt eine lebenslange Haftstrafe.

Cole gab an, er habe den Studenten nicht getötet, und verwies darauf, dass die Mordwaffe bei seinem Komplizen gefunden wurde und dessen Fingerabdrücke aufwies.

Cole habe bereits im Alter von 12 Jahren ein Drogenproblem gehabt und sei später, so seine Verteidiger, ein Überlebender der berüchtigten Dozier School for Boys gewesen, einer 2011 geschlossenen „Reformschule“ für schwer erziehbare Jugendliche. Die 1900 gegründete Anstalt wurde bekannt für schwerste Misshandlungen der ihr anvertrauten Jugendlichen.

Cole gab an, während seiner Zeit in der Dozier School von einem Wärter vergewaltigt und mindestens zweimal pro Woche geschlagen worden zu sein. Resultat eines Fluchtversuchs seien zwei durch die Angestellten gebrochene Beine Coles gewesen.

Ironischerweise hatte Gouverneur Ron DeSantis keine vier Wochen vor Ausstellung des Hinrichtungsbefehls für Loran Cole gerade Gelder in Millionenhöhe als Kompensation für die Missbrauchsopfer der Dozier-Anstalt bewilligt.

Coles Anwälte argumentierten darüber hinaus, dass die tödliche Injektion „unnötige Schmerzen und Leiden“ verursachen könnte, da ihr Mandant an der Parkinson-Krankheit litt.

Cole verzichtete auf einen geistlichen Beistand und letzte Worte, verbrachte aber am Hinrichtungstag Zeit mit seinem 36-jährigen Sohn. Dieser hatte ihn bereits 10 Tage zuvor gemeinsam mit seiner Mutter besucht, die nach eigener Aussage auf ein Wunder hoffte, damit Cole nicht hingerichtet würde.

Quelle: https://www.usatoday.com/story/news/nation/2024/08/29/loran-cole-florida-execution-lethal-injection/74982219007/