South Carolina: Richard Moore hingerichtet – obwohl er unbewaffnet war

Am Freitagabend wurde im US-Bundesstaat South Carolina der 59-jährige Richard Moore mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er im September 1999 den Angestellten eines Lebensmittelladens getötet hatte.

Moore hatte das Geschäft unbewaffnet betreten. Während die Staatsanwaltschaft ihm dennoch einen Raubüberfall unterstellte, erklärte Moore, er habe Zigaretten und Bier kaufen wollen, aber es sei zwischen ihm und dem Verkäufer zum Streit gekommen, weil ihm ein paar Cent am Kaufpreis fehlten.

So oder so, es war der Angestellte des Ladens, der eine Waffe zog und auf Moore richtete. Dieser konnte dem Verkäufer die Waffe entreißen, doch der hatte noch eine zweite Waffe. Am Ende wurde Moore durch einen Schuss in den Arm verletzt und der Verkäufer durch einen Schuss in die Brust getötet. Moore floh vom Tatort mit dem Bargeld aus der Ladenkasse.

Moores Anwälte argumentierten, dass ihr Mandant ungeachtet der Einzelheiten der Schießerei nicht für die Todesstrafe in Frage kommen sollte, da er unbewaffnet eintrat und demzufolge keine vorsätzlichen Pläne für einen bewaffneten Raubüberfall oder Mord hatte.

Moores Anwälte hatten auch eine letzte Berufung beim Obersten Gerichtshof der USA eingelegt und argumentiert, dass die Staatsanwälte systematisch schwarze Geschworene unrechtmäßig ausgeschlossen hätten, aber das Gericht lehnte es ab, die Hinrichtung zu stoppen. Moore ist schwarzer Hautfarbe, wurde aber von einer Jury verurteilt, in der es nicht einen Schwarzen gab.

Richard Moore hatte eine Fülle von Fürsprechern, die sich für Gnade aussprachen: Dazu gehörten der ehemalige Direktor der Strafvollzugsbehörde des Bundesstaates, drei der Geschworenen, der Richter, der den Fall geleitet hatte, und ein ehemaliger Richter am Obersten Gerichtshof South Carolinas. Befürworter argumentierten, dass Moore sich hinter Gittern zu einem Vorbild entwickelt und einen sehr guten Einfluss auf zahlreiche seiner Mitgefangenen habe.

Auch seine beiden Kinder, die ihm während seiner Inhaftierung nahe standen, baten um Gnade. Gouverneur Henry McMaster allerdings, der früher selbst Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates South Carolina war, zeigte sich unbeeindruckt und lehnte in allerletzter Minute eine Begnadigung und damit Umwandlung des Urteils in eine lebenslange Haftstrafe ab.

Quelle: https://www.theguardian.com/us-news/2024/nov/01/richard-moore-south-carolina-death-penalty