Missouri: Christopher Collings hingerichtet – Anwaltsteam nennt es Racheakt
Am Dienstagabend wurde im US-Bundesstaat Missouri der 49-jährige Christopher Collings mit einer tödlichen Injektion, bestehend aus einer Überdosis Pentobarbital, hingerichtet.
Er war zum Tod verurteilt für die 2007 verübte Vergewaltigung und Ermordung eines neunjährigen Mädchens, bei dem es sich um die Stieftochter seines Freundes David Spear handelte.
Der Tat ging massiver Konsum von Alkohol und Marihuana zusammen mit Spear voraus. Nachdem Collings das Kind missbraucht hatte, erdrosselte er das Mädchen, weil es ihn erkannt hatte.
Seine Anwälte hatten im Prozess erklärt, dass Collings ein Problemkind war, das von den Eltern, die selbst ein Drogenproblem hatten und in kriminelle Machenschaften verwickelt waren, vernachlässigt wurde. In einer Pflegefamilie wurde er wiederholt sexuell missbraucht.
Obwohl Collings ein Geständnis ablegte, bleiben Unklarheiten im Tathergang, denn auch Spears bekannte sich zu der Tat – er haben das Mädchen getötet. Auch soll Spears derjenige gewesen sein, der die Polizei zu der Leiche führte. Spears erhielt eine Haftstrafe und ist seit 2015 wieder auf freiem Fuß.
Collings, Vater von zwei inzwischen erwachsenen Töchtern, zu denen er in seiner Zeit im Gefängnis ein enges Verhältnis aufgebaut hatte, erklärte in seinen letzten Worten:
„Richtig oder falsch, ich akzeptiere diese Situation als das, was sie ist. Allen, denen ich in diesem Leben wehgetan habe, es tut mir leid. Ich hoffe, dass ihr damit abschließen und weitermachen könnt. Unabhängig davon, auf welcher Seite ihr steht, ihr seid in meinen Gebeten, und ich hoffe, euch eines Tages im Himmel wiederzusehen.“
Sein Anwaltsteam teilt die Hoffnung ihres Mandanten für die Angehörigen der Opfer, erklärte aber darüber hinaus: „Was heute geschah, war ein Racheakt, aber das wird Chris nicht gerecht, und so werden wir ihn auch nicht in Erinnerung behalten.“