USA: Wendell Grissom in Oklahoma und Edward James in Florida am selben Tag hingerichtet
Am Donnerstag wurden in den USA zwei Häftlinge im Abstand von neun Stunden in zwei verschiedenen US-Bundesstaaten hingerichtet, der eine am Vormittag, der andere am Abend.
Oklahoma
Am Donnerstagvormittag wurde im US-Bundesstaat Oklahoma der 56-jährige Wendell Arden Grissom mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er 2005 bei einem Einbruch eine 23-jährige Frau erschossen hatte.
In einem Gnadengesuch bei seiner Anhörung zur Strafmilderung machten seine Anwälte einen Hirnschaden aufgrund einer problematischen Geburt und Motorradunfälle für seine Handlungen verantwortlich.
Bereits 13 Minunten nach der angesetzten Hinrichtungszeit wurde Grissom für tot erklärt, was für eine schnelle und unkomplizierte Exekution spricht. Er selbst hatte bei der Gnadenanhörung nicht ausgesagt und auch keine Berufungen in letzter Minute veranlasst.
Schon in seiner ersten polizeiliche Vernehmung hatte er nach der Todesstrafe gefragt und angedeutet, diese in Anspruch nehmen zu wollen. „Ich möchte nicht den Rest meines Lebens hier verbringen“, erklärte er dazu.
Die Staatsanwälte behaupten, Grissom habe aus Hass gegen Frauen, insbesondere gegen seine Ex-Frau, gehandelt. Laut Zeugenaussagen im Prozess hatte er seiner Ex-Frau eine Woche vor dem Mord per SMS mitgeteilt, dass er zu seinen „alten Gewohnheiten“ zurückkehren werde und hoffte, dass sie einen Unfall haben und verbrennen würde.
Grissom hatte sich in einem Geständnis entschuldigt: „Ich hatte nicht geplant oder beabsichtigt, dass irgendetwas davon passiert. Ich weiß nicht, warum es passiert ist“, sagte er. „Ich weiß nur, dass es sinnlos war und ich nicht bei klarem Verstand war. … Ich wünschte bei Gott, es wäre nie passiert.“
Florida
Am Donnerstagabend wurde im US-Bundesstaat Florida der 63-jährige Edward „Eddie“ James mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt für die Vergewaltigung und Ermordung eines achtjährigen Mädchen sowie dessen 58-jähriger Großmutter im Jahr 1993.
Edward James war zur Tatzeit schwer betrunken und stand unter Drogen – über 20 Bier plus Gin und LSD. Sein Vater hatte ihn bereits im Alter von 11 Jahren zum Konsum von Drogen und Alkohol angestiftet.
Im Prozess bekannte er sich schuldig und bat um eine lebenslange Haftstrafe ohne Bewährungsmöglichkeit, doch das Gericht fällte das Todesurteil, obwohl die Geschworenen nicht einstimmig dafür gestimmt hatten.
James‘ Anwälte hatten mehrere Berufungen bei Staats- und Bundesgerichten eingereicht, die alle abgelehnt wurden. Zuletzt wies der Oberste Gerichtshof von Florida das Argument zurück, dass sein langjähriger Drogen- und Alkoholkonsum, mehrere Kopfverletzungen und ein Herzinfarkt im Jahr 2023 zu einem geistigen Verfall geführt hätten, der eine Hinrichtung verfassungswidrig machen würde. Die Richter stimmten stattdessen der Entscheidung eines niedrigeren Gerichts zu, dass „James‘ kognitive Probleme ihn nicht vor der Hinrichtung schützen“.
Das Gericht wies auch das Argument von James‘ Anwälten zurück, dass ein Herzinfarkt, den er im Gefängnis erlitt, zu Sauerstoffmangel führte, der sein Gehirn beeinträchtigte. Im Januar 2023 hatte Edward James im Todestrakt einen fast tödlichen Herzinfarkt erlitten, wodurch sein Gehirn fast eine halbe Stunde lang keinen Sauerstoff bekam.
Zwei Jahre lang kämpften seine Anwälte darum, medizinische Unterlagen zu erhalten, die das Ausmaß seiner Hirnschädigung bestätigten. Tatsächlich war sein Gesundheitszustand ernst. Er litt unter Gedächtnisverlust, Anzeichen von Demenz und Krampfanfällen, die sich durch seine Drogenabhängigkeit vor seiner Inhaftierung und die Folgen des Herzstillstands verschlimmert hatten. Vier Tage, nachdem den Anwälten die Dokumente darüber endlich vorlagen, unterzeichnete Floridas Gouverneur Ron DeSantis den Hinrichtungsbefehl.
Die Organisation „Floridians for Alternatives to the Death Penalty“ (FADP) erklärte nach der Vollstreckung des Todesurteils von Edward James: „Es ist nicht möglich, die gesamte Person von ihren Handlungen an einem einzigen Tag zu trennen. Ja, wir haben den Mann hingerichtet, der sich schuldig bekannt hat, Betty Dick und Toni Neuner auf tragische Weise das Leben genommen zu haben. Wir trauern um sie und verstehen den Schmerz ihrer Familien. Aber wir haben auch einen Vater, einen Sohn, einen Freund und einen Mann hingerichtet, der für niemanden mehr eine Gefahr darstellte.“
Quellen:
https://eu.oklahoman.com/story/news/2025/03/20/oklahoma-executes-wendell-arden-grissom-for-2005-senseless-murder/82546801007/
https://panow.com/2025/03/20/florida-man-is-executed-for-the-killings-of-an-8-year-old-girl-and-her-grandmother/
https://www.fadp.org/statement-on-the-execution-of-edward-james/
https://actionnetwork.org/petitions/stay-the-execution-of-eddie-james