South Carolina: Mikal Mahdi hingerichtet – zweite Exekution durch Erschießen in wenigen Wochen
Am Freitagabend wurde der 42-jährige Mikal Mahdi im US-Bundesstaat South Carolina durch ein Erschießungskommando hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er 2004 einen sich außer Dienst befindenden Sicherheitsbeamten ermordet hatte. Die Tat war Teil einer Serie von Verbrechen, die sich über mehrere US-Staaten erstreckte und noch ein weiteres Leben forderte.
Während seine Berufungsanwälte die Schuld Mahdis nicht bestreiten, versuchten sie vergeblich darauf hinzuweisen, dass ihr Mandant aufgrund seiner durch Gewalt und Vernachlässung geprägten Sozialisation hätte mildernde Umstände hätte erhalten und von der Todesstrafe ausgenommen werden müssen.
So war Mikal Mahdi als kleines Kind Zeuge davon, wie sein Vater die Mutter schwer misshandelte. Diese floh schließlich und ließ ihre Kinder zurück. Im Alter von nicht einmal zehn Jahren hatte Mahdi bereits schwere Depressionen und Suizidgedanken. Statt einer Behandlung endete er schließlich als Teenager im Gefängnissysten und erbrachte dort lange Zeiten in Einzelhaft.
In hohem Maße traumatisiert aufgrund der Behandlung durch seinen Vater und durch das staatliche System, verübte er zwei Monate nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Alter von 21 Jahren die Verbrechensserie. Gouverneur Henry McMaster erklärte wenige Minuten vor der Exekution, dass er das Urteil nicht umwandeln werde. In den rund 50 Jahren der „modernen“ Todesstrafe in den USA hat keiner der Gouverneure South Carolinas jemals einem zum Tod Verurteilten Gnade gewährt.
Nachdem die Todeskandidaten dieses US-Bundesstaates die Hinrichtungsmethode aus tödlicher Injektion, elektrischem Stuhl oder Erschießen auswählen müssen, hatte Mahdi sich für das Erschießungskommando entschieden – wie schon sein Mithäftling Brad Sigmon fünf Wochen zuvor.
Der auf einem Stuhl festgeschnallte Mahdi schrie auf, als die Schüsse fielen, spannte seine Arme an und stöhnte noch zweimal, etwa 45 Sekunden nachdem die Kugeln abgefeuert wurden, so ein Reporter, der als Medienzeuge fungierte. Seine Atemzüge dauerten etwa 80 Sekunden, bevor er einen letzten Atemzug zu nehmen schien. Er wurde vier Minuten nach den Schüssen für tot erklärt, so die Zeugen.
Quellen:
https://www.theguardian.com/us-news/2025/apr/11/mikal-mahdi-execution-south-carolina
https://www.aclu.org/news/capital-punishment/death-row-case-exposes-failures-to-protect-childhood-trauma-survivors