USA: Moises Mendoza in Texas und James Osgood in Alabama jeweils per Giftspritze hingerichtet

In den Vereinigten Staaten wurde am Mittwoch und am Donnerstag jeweils ein Todesurteil vollstreckt. Moises Mendoza wurde in Texas hingerichtet und James Osgood in Alabama. Beide Hinrichtungen wurden mit einer tödlichen Injektion ausgeführt.

Moises Mendoza

Am Mittwochabend wurde in Huntsville im US-Bundesstaat Texas der 41-jährige Moises Mendoza mit einer tödlichen Injektion, einer Überdosis Pentobarbital, hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt für die Vergewaltigung und Ermordung einer 20-jährigen jungen Mutter im Jahr 2004.

In seinen letzten Worten bat Mendoza die Angehörigen seines Opfers, die der Hinrichtung als Zeugen beiwohnten, mehrfach um Vergebung. Darunter waren die Eltern und zwei Brüder des Opfers. Er sprach jeden einzeln an und adressierte auch die damals sechs Monate alte Tochter seines Opfers, die nicht anwesend war.

Schließlich wandte er sich in spanischer Sprache an seine eigenen Angehörigen, seine Frau und seine Schwester, sowie zwei Freunde: „Ich liebe euch, ich bin bei euch, es geht mir gut und ich bin im Frieden. Ihr wisst, dass es mir gut geht; alles ist Liebe.“

Seine Unterstützer hatten erklärt: „Moises übernimmt die volle Verantwortung für seine Tat und hat enorme Reue gezeigt. Jetzt, 21 Jahre später, ist er nicht mehr derselbe Mensch, der die Tat begangen hat. Seit 2008 – also seit 17 Jahren – hat er keine disziplinarischen Probleme mehr in der Haftanstalt. Moises wurde im Gefängnis getauft und ist Teil eines religiösen Programms im Todestrakt. Er hat ein großes Netzwerk aus Familie und Freunden, die ihn lieben und unterstützen.“

James Osgood

Am Donnerstagabend wurde im US-Bundesstaat Alabama der 55-jährige James Osgood mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er im Oktober 2010 gemeinsam mit seiner Freundin deren 44-jährige Cousine vergewaltigt und brutal ermordet hatte. Osgood verzichtete auf weitere Berufungsverfahren und forderte die Vollstreckung seines Todesurteils.

„Tracy, ich bitte um Entschuldigung“, sagte Osgood laut Medienberichten im Hinblick auf sein Opfer kurz vor seiner Hinrichtung. Zeugen der Medien berichten außerdem, dass Osgood weinte, als er das Bewusstsein verlor. Seine Anwältin erklärte, die Menschen, die Osgood liebten, würden ihn als einen Mann in Erinnerung behalten, der mehr war als seine schlimmste Tat.

Osgood hatte eine Kindheit und Jugend voller Qual und Missbrauch. Seine leibliche Mutter war eine drogenabhängige Prostituierte und wurde ermordet, als er noch ein Baby war. Osgood war als Säugling extrem unterernährt, wurde als Kind sexuell missbraucht und wurde als Teenager in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Während dieser Zeit wurde er von einer Pflegefamilie zur nächsten weitergereicht. Er versuchte mindestens einmal, sich das Leben zu nehmen, und wurde mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Eine deutlich sichtbare Deformierung des Hinterkopfes zeugt von einem heftigen Schlag mit einem Baseballschläger, der ihm zugefügt wurde.

Der Richter seines ursprünglichen Prozesses wusste zu verhindern, dass die Geschworenen die massive Vernachlässigung und den Missbrauch Osgoods als mildernede Umstände anerkannten und statt des Todesurteils auf lebenslange Haft entschieden hätten.

Eine höhere Instanz erklärte die Strafzumessungsphase in der Tat später für ungültig. Doch der Fall landete in der Folge vor demselben Richter mit demselben Pflichtverteidiger; man überredete Osgood, auf ein Geschworenen-Verfahren zu verzichten, sodass dieser durch den Richter erneut zum Tod verurteilt wurde.

Quellen:
https://www.startribune.com/texas-man-set-to-be-executed-for-the-2004-strangling-and-stabbing-death-of-a-young-mother/601337113
https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2025/04/24/james-osgood-alabama-tracy-lynn-wilemon-execution/83259482007/
https://eji.org/news/james-osgood-alabama-execution/