Florida: Curtis Windom hingerichtet – trotz massiven Widerstands der Opferfamilien

Am Donnerstagabend wurde im US-Bundesstaat Florida der 59-jährige Curtis Lee Windom mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er im Februar 1992 in einer Art Amoklauf einen 23 Jahre alten Freund, der ihm 2000 Dollar schuldig war, seine 27-jährige Freundin sowie deren 41-jährige Mutter erschossen hatte. Eine weitere Person wurde verletzt, überlebte aber.

Windoms Anwälte wiesen z.B. auf die mangelhafte Verteidigung im ursprünglichen Prozess hin – seine mentalen Probleme und ein Hirnschaden seien vor Gericht nicht als mögliche mildernde Umstände vorgebracht worden.

Mindestens ebenso schwer wiegt die Tatsache, dass alle betroffenen Opferfamilien in Windoms Fall bereits seit Jahren dafür kämpften, dass er nicht hingerichtet würde. Allen voran die Tochter von Curtis Windom, deren Mutter und Großmutter durch ihren Vater getötet wurden. Sie habe ihm schon vor langer Zeit vergeben und ebenso zahlreiche weitere Familienangehörige.

„Vor allem aber haben wir Curtis weiterhin geliebt und uns um ihn gekümmert. Wir haben Abschlussfeiern und Hochzeiten am Telefon gefeiert. Wir haben seine Enkelkinder zu ihm ins Florida State Prison gebracht. Wir haben trotz der Trennscheibe und der Gitterstäbe eine Verbindung aufgebaut. Wir haben ihm vergeben.“

Doch Gouverneur Ron DeSantis, der gerne betont, die Todesstrafe sei für die Opferangehörigen da und solle ihnen „Closure“ bringen, einen Abschluss und Frieden, hatte in diesem Fall keinerlei Ohr für den Willen derer, zu dessen Anwalt er sich sonst aufschwingt.

Schlimmer noch, einmal mehr lässt DeSantis‘ Handeln – und das nicht zum ersten Mal – ein politisches Motiv erahnen: DeSantis erließ den Hinrichtungsbefehl für Curtis Windom, dessen drei Opfer alle schwarz waren, zwei Stunden, nachdem eine Klage bekannt geworden war, die dem Gouverneur bei der Auswahl seiner Hinrichtungsbefehle Rassismus vorwirft:

In 96% der von DeSantis unterzeichneten Exekutionsbefehle waren die Opfer weißer Hautfarbe – kaum wird entsprechende Kritik laut, kreiert DeSantis ein Gegenbeispiel. Die Organisation Floridians for Alternatives to the Death Penalty (FADP) erklärt in einer Stellungnahme:

„Was heute Abend passiert ist, hatte nichts mit Verantwortlichkeit oder Abschluss zu tun. Es war einfach nur der Staat Florida, der Gewalt einsetzte, um zu zeigen, dass er es kann. Die Hinrichtung hat diese Familie erneut traumatisiert und erneut gezeigt, dass die Todesstrafe in Florida das Leben schwarzer Menschen entwertet und ihre Stimmen ignoriert. Bei der Hinrichtung heute ging es nicht um Gerechtigkeit. Es ging darum, politische Macht zu demonstrieren.“

Quellen:
https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2025/08/28/curtis-windom-execution-florida-triple-murder/85784962007/
https://www.fadp.org/statement-on-the-execution-of-curtis-windom/
https://www.vaticannews.va/en/world/news/2025-08/do-not-kill-for-me-death-penalty-curtis-windom-george-kain.html