USA: Charles Crawford (Mississippi) und Richard Djerf (Arizona) in dieser Woche hingerichtet
Zwei weitere Todesurteile wurden diese Woche in den USA nach der Doppelhinrichtung von Dienstag vollstreckt. Nach Florida und Missouri waren es Charles Crawford in Mississippi und Richard Djerf in Arizona, deren Leben staatlicherseits beendet wurden.
Charles Crawford (Mississippi)
Am Mittwochabend wurde der 59-jährige Charles Ray Crawford im US-Bundesstaat Mississippi durch eine tödliche Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt für die Entführung, Vergewaltigung und Ermordung einer 20-jährigen College-Studentin im Jahr 1993.
Crawfords Anwälte versuchten vergeblich, die Hinrichtung ihres Mandanten zu verhindern und argumentierten, seine Verteidiger im ursprünglichen Prozess hätten einen folgenschweren juristischen Fehler begangen:
Sie hätten Crawford gegen dessen ausdrücklichen Willen als schuldig vorgestellt – wohl in der Absicht, ihn für zur Tatzeit unzurechnungsfähig erklären zu lassen. Ihr Klient hatte allerdings sowohl vor seinen Anwälten als auch vor Gericht erklärt, er beabsichtige nicht, sich für schuldig zu erklären.
Die Nichtbeachtung seines Willens gelte nach einem Präzedenzfall aus 2018 als Verstoß gegen die verfassungsgemäßen Rechte ihres Mandanten, so Crawfords Anwälte.
„An meine Familie: Ich liebe euch. Ich bin im Frieden. Ich habe Gottes Frieden. An die Familie des Opfers: Wahre Versöhnung und wahrer Frieden – ohne Gott könnt ihr das nicht erreichen. Danke Gott, dass du mir den Frieden geschenkt hast, den ich habe“, sagte Crawford als seine letzten Worte.
Richard Djerf (Arizona)
Am Freitagvormittag wurde der 55-jährige Richard Djerf im US-Bundesstaat Arizona mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er 1993 eine Familie in Phoenix ermordet hatte – den Vater, die Mutter, die 15-jährige Tochter und den 5-jährigen Sohn.
Einzig der ältere Sohn entging der Mordserie, weil er zum Zeitpunkt der Tat nicht zu Hause war. Gleichzeitig war dieser ältere Sohn – Djerfs Zimmergenosse – der Anlass für das Verbrechen, denn Djerf glaubte, dieser habe ihm elektronische Geräte und eine Schusswaffe gestohlen.
Djerf sei besessen davon gewesen, Rache zu nehmen, und sei Monate später zu dem Haus der Familie gegangen, wo er vorgab, Blumen zu liefern, so die Staatsanwaltschaft.
Seine Berufungsanwälte argumentierten, ihr Mandant habe unter einer nicht diagnostizierten Autismus-Spektrum-Störung und einer Hirnschädigung gelitten zur Zeit des Verbrechens.
Im September erklärte Djerf in einem handschriftlichen Statement gegenüber einer Zeitung, dass er nicht vor dem Gnadenausschuss um sein Leben bitten werde und dass er hoffe, sein Tod werde „ein gewisses Maß an Frieden“ bringen.
„Ich würde es vorziehen, wenn dies nicht geschehen würde, aber diese Entscheidung habe ich vor 32 Jahren verloren. Das Einzige, was ich tun kann, ist, mich meinen Taten zu stellen und diese Strafe mit so viel Würde wie möglich zu akzeptieren.“
Djerf sagte, er hoffe, dass sich der Fokus nach seinem Tod auf seine Opfer verlagern werde. „Sie sind es, an die man sich erinnern sollte, nicht ich“, schrieb er.
Der ältere Sohn war weder unter den Zeugen der Hinrichtung, noch stand er im Vorfeld den Medien für Gespräche zur Verfügung.
Quellen:
https://www.wandtv.com/news/national/mississippi-executes-a-man-convicted-of-raping-and-killing-a-college-student/article_ca9f9029-e559-56d2-a766-11a649930ba1.html
https://eu.hattiesburgamerican.com/story/news/local/2025/10/15/mississippi-executes-charles-ray-crawford-second-execution-this-year-in-ms/86669928007/
https://eu.azcentral.com/story/news/local/arizona/2025/10/17/richard-djerf-execution-lethal-injection-1993-murder-case/86572054007/
https://www.azfamily.com/2025/10/17/man-executed-1993-murder-phoenix-family/