USA: Begnadigung in Oklahoma für Tremane Wood und Hinrichtung in Florida von Bryan Jennings

An ein und demselben Tag sollten ein Mann in Oklahoma und einer in Florida per tödlicher Injektion hingerichtet werden. Während Bryan Jennings der „Hinrichtungswut“ von Ron DeSantis erlag, wurde das Urteil von Tremane Wood durch den zuständigen Gouverneur in lebenslange Haft umgewandelt.

Tremane Wood (Oklahoma)

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Oklahoma, Kevin Stitt, hat einem zum Tod verurteilten Häftling kurz vor seiner für Donnerstagmorgen geplanten Hinrichtung durch die Giftspritze das Leben geschenkt und seine Strafe in lebenslange Haft ohne Bewährung umgewandelt.

Stitt gewährte Tremane Wood (46), der wegen der Ermordung eines Mannes bei einem missglückten Raubüberfall im Jahr 2002 zum Tod verurteilt worden war, offiziell Gnade. Es ist erst das zweite Mal, dass der republikanische Gouverneur in seiner fast siebenjährigen Amtszeit Gnade gewährt hat.

„Nach einer gründlichen Prüfung der Fakten und gebeterfüllter Überlegungen habe ich mich entschlossen, die Empfehlung des Begnadigungs- und Bewährungsausschusses anzunehmen, die Strafe von Tremane Wood in lebenslange Haft ohne Bewährung umzuwandeln. Diese Maßnahme entspricht der Strafe, die sein Bruder für den Mord an einem unschuldigen jungen Mann erhalten hat, und gewährleistet eine strenge Bestrafung, die einen gewalttätigen Straftäter für immer von der Straße fernhält“, sagte der Gouverneur.

Stitt hatte zuvor im Jahr 2021 dem zum Tode verurteilten Häftling Julius Jones Gnade gewährt, aber in vier anderen Fällen Gnadenempfehlungen abgelehnt. Insgesamt wurden während Stitts Amtszeit 16 Männer hingerichtet.

Während sich der Generalstaatsanwalt von Oklahoma, Gentner Drummond, enttäuscht äußerte über die Entscheidung des Gouverneurs, ist bekannt, dass die Familie des Opfers die Todesstrafe ablehnt und gegen die Vollstreckung des Todesurteils eingestellt war.

Wood sollte für seine Beteiligung an der Ermordung eines 19-jährigen Wanderarbeiters aus Montana während eines versuchten Raubüberfalls in einem Hotel im Norden von Oklahoma City am Neujahrstag 2002 hingerichtet werden. Die Begnadigungs- und Bewährungskommission von Oklahoma stimmte letzte Woche mit 3:2 dafür, dem Gouverneur zu empfehlen, Gnade zu gewähren.

Während der Anhörung zur Begnadigung bestritten Woods Anwälte nicht, dass er an dem Raubüberfall beteiligt war, erklärten jedoch, dass sein Bruder derjenige war, der das Opfer getötet hatte. Woods Bruder wurde zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt. Bevor er 2019 im Gefängnis starb, gab er gegenüber mehreren Personen zu, dass er das Opfer getötet hatte, sagte Tremane Woods Anwältin.

Aktivisten für die Abschaffung der Todesstrafe zeigten sich froh und dankbar über Stitts Entscheidung, hinterfragten aber gleichzeitig die Grausamkeit der Tatsache, dass der Gouverneur bis zur letzten Minute mit der Bekanntgabe seiner Entscheidung wartete.

Bryan Jennings (Florida)

Am Donnerstagabend wurde der 66-jährige Bryan Jennings im US-Bundesstaat Florida mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er befand sich seit über 45 Jahren im Todestrakt, weil er 1979 ein sechsjähriges Mädchen entführt, vergewaltigt und ermordet hatte.

Jennings Mutter, sagte den Geschworenen in dem Prozess gegen ihren Sohn, dass er seinen leiblichen Vater nie gekannt habe und von Geburt an ein Problemkind gewesen sei. Sie beschrieb ihn als „sehr destruktiv und hyperaktiv“. Sie sagte, sie habe Jennings auf Empfehlung eines Arztes in eine psychiatrische Klinik in Boston einweisen wollen, habe aber später ihre Meinung geändert, weil sie befürchtete, dass das Stigma ihn daran hindern könnte, zum Militär zu gehen.

Jennings, lokaler Highschool-Abbrecher, bezeichnete sich selbst als „verrückter Hund“. Der Polizei gegenüber gestand er das Verbrechen: „Ich weiß nicht, warum ich es getan habe. Ich hab’s einfach gemacht.“

Es war die 16. Hinrichtung in Florida in diesem Jahr und die 42. in den USA. Trotz dieser steigenden Zahlen spricht Robert Dunham vom Death Penalty Policy Project (DPPP) nach wie vor von einem Rückgang der Todesstrafe in den Vereinigten Staaten.

Florida unter Gouverneur Ron DeSantis, der offenbar in jeder Hinsicht dem aktuellen US-Präsdenten nacheifern will und rund alle zwei Wochen einen neuen Hinrichtungsbefehl unterzeichnet, vorzugsweise von Militärveteranen und Häftlingen ohne aktuellen Rechtsbeistand, stelle landesweit eine Ausnahme dar.

Quellen:
https://edition.cnn.com/2025/11/13/us/oklahoma-execution-wood
https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2025/11/13/bryan-jennings-florida-execution-becky-kunash/87257450007/