30. November: Cities for Life – Städte gegen die Todesstrafe – weltweite Aktion auch in Deutschland

Seit 23 Jahren und damit zum vierundzwanzigsten Mal wird dieses Jahr am 30. November die Aktion „Cities for Life“ oder „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“ durchgeführt.

Die katholisch-christliche Laienbewegung namens Gemeinschaft Sant’Egidio, mit Hauptsitz in Rom und rund 60.000 Mitgliedern in mehr als 70 Ländern weltweit, hat das Projekt 2002 ins Leben gerufen, an dem sich mittlerweile Städte aus über 100 Nationen beteiligen. Am 30. November werden Hunderte von Städten ein zentrales oder charakteristisches Gebäude in besonderer Weise beleuchten, um damit auf die Todesstrafe aufmerksam zu machen und deren Abschaffung zu fordern – vom Kolosseum in Rom bis zum Obelisken in Buenos Aires. In den vielen Jahren seit Etablierung des 30. November als Aktionstag „Cities for Life“ haben sich schon über 2500 Städte an der Aktion beteiligt – darunter mehr als 70 Hauptstädte.

Hunderte Städte in Deutschland dabei

Deutschland war und ist mit über 280 Städten vertreten. Berlin, Hamburg, Stuttgart, Bremen, Köln, Leipzig, Schwerin, Rostock, Nürnberg, Hannover, Düsseldorf, Frankfurt, Dortmund, Würzburg, München sind nur die bekanntesten aus einer langen Liste von Städten, die aktuell dabei sind oder zumindest in der Vergangenheit teilgenommen haben. Neben der Beleuchtung des jeweiligen Gebäudes gibt es üblicherweise in vielen Städten begleitende Aktionen von Menschenrechtsgruppen, die gezielt über die Todesstrafe aufklären wollen. Das Datum wurde gewählt, weil das Großherzogtum Toskana am 30. November 1786 als erster europäischer Staat die Todesstrafe abgeschafft hat. Inzwischen gibt es in ganz Europa – mit Ausnahme von Weißrussland (Belarus) – keine Todesstrafe mehr.

Beteiligung der Initiative gegen die Todesstrafe

Die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. engagiert sich zusammen mit Amnesty International auch in diesem Jahr wieder in Wiesbaden. Statt der sonst üblichen Illumination der Bonifatiuskirche, die weiterhin wegen Bauarbeiten eingerüstet ist, wird auch dieses Jahr die Ringkirche in blaues Licht gehüllt und mit dem Text „Wiesbaden sagt NEIN zur Todesstrafe!“ versehen – siehe Youtube-Video vom vergangenen Jahr! Darüber hinaus gestalten Mitglieder der Initiative gegen die Todesstrafe e.V. eine Lesung aus dem Buch „Wie man ein Schmetterling wird“ über Reyhaneh Jabbari, die 2014 im Iran hingerichtet wurde.

Die Stadt Frankfurt/Main konnte sich immer noch nicht entschließen, ihre Teilnahme an den Cities for Life wieder aufzunehmen. Stattdessen beleuchtet die Gemeinde St. Bernhard ihre Kirche, begleitet von einer Veranstaltung mit Amnesty International Frankfurt und der Initiative gegen die Todesstrafe e.V. am 28. November. Auch Hamburg, das sich ebenfalls als zu den „Cities for Life“ gehörig bezeichnet, hat die diesjährige Illumination erneut abgelehnt. Zu keiner von diversen kostengünstigen Alternativen, die die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. vorgeschlagen hat, konnte man sich durchringen. Auf Anregung der Initiative gegen die Todesstrafe e.V. konnte immerhin erfreulicherweise Saarlouis neu für die Cities for Life gewonnen werden und Mitglieder des Vereins engagieren sich zudem in Göttingen und in Berlin.

Ringkirche Wiesbaden „Cities for Life“ 2024

Weitere Informationen zu Veranstaltungen in…

Gabi Uhl
Initiative gegen die Todesstrafe e.V.