Florida: Frank Walls hingerichtet – letzte Exekution im Rekordjahr 2025 für den US-Bundesstaat
Am Donnerstagabend wurde der 58-jährige Frank Athen Walls durch den US-Bundesstaat Florida mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er hatte 1987 einen 21-jährigen Mann und dessen 20-jährige Freundin ermordet, für die Tötung des Mannes eine lebenslange Haftstrafe und für die Tötung der Frau das Todesurteil erhalten.
Walls bekannte sich später der Ermordung dreier weiterer Frauen für schuldig – diese Taten hatte er zuvor begangen. Alle fünf Morde verübte er im Alter zwischen 17 und 19 Jahren. Die Organisation „Floridians for Alternatives to the Death Penalty“ (FADP) weist in ihrem Statement auf die problematischen gesundheitlichen und mentalen Umstände hin, die zu den Taten führten:
„Frank litt bei seiner Geburt unter Sauerstoffmangel und hatte als Kleinkind hohes Fieber, weshalb er mehrfach ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Im Alter von fünf Jahren war klar, dass er geistige Defizite und Hirnschäden hatte. Er war schlecht in der Schule, konnte sich nicht konzentrieren und hatte erhebliche Probleme, seine Impulse zu kontrollieren. Als Teenager überlebte er zwei separate Meningitis-Erkrankungen, die seine frühkindlichen Hirnschäden noch verschlimmerten.“
FADP erklärt weiter, wie sich Walls in den Jahrzehnten im Todestrakt entwickelt habe: „Er beschloss, seine Zeit im Todestrakt damit zu verbringen, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Er wurde nicht nur durch seine Behinderung und seine Verbrechen definiert. Frank verbrachte all diese Jahre damit, Stabilität im Rhythmus des Lebens im Todestrakt zu finden. Er nahm die Lehren der katholischen Kirche an und teilte diese Lehren mit kindlicher Begeisterung mit jedem, der ihm zuhören wollte.
Frank wuchs in der Todeszelle auf – im wörtlichen und im übertragenen Sinne. Und wie viele Menschen mit Entwicklungsstörungen blühte Frank dank der Struktur, Vorhersehbarkeit und Sicherheit auf, die ihm eigentlich schon immer hätten zustehen müssen. Viele seiner Nachbarn in der Todeszelle berichteten, dass Frank sanft, verletzlich und schützenswert war – trotz des schweren Leids, das er – wie sie wussten – verursacht hatte.“
In seinen letzten Worten bekräftigte Walls, dass er seine Taten bereue: „I am sorry for all the pain and suffering I caused over the years.“
Es war die 19. Hinrichtung in Florida in diesem Jahr – absoluter Rekord für diesen US-Bundesstaat und völlig gegen die Tendenz der restlichen USA, wo immer weniger Todesurteile verhängt werden und sich die Zustimmung zur Todesstrafe mit nur 52% auf einem historischen Tief befindet. Fachleute vermuten, dass Gouverneur Ron DeSantis, der noch ein Jahr im Amt bleibt, die nächsten Schritte seiner Karriere ebnen will, indem er mit seiner plötzlichen Hinrichtungswut „tough on crime“ erscheinen möchte.
Quellen:
https://eu.pnj.com/story/news/crime/2025/12/18/florida-execution-today-of-frank-walls-for-multiple-killings/87829913007/
https://www.fadp.org/statement-on-the-execution-of-frank-athen-walls/