Texas: Charles „Chuck“ Thompson hingerichtet – erste Exekution in den USA im Jahr 2026
Am Mittwochabend wurde der 55-jährige Charles Victor Thompson in Huntsville im US-Bundesstaat Texas durch eine tödliche Injektion, eine Überdosis Pentobarbital, hingerichtet.
Er war zum Tod verurteilt, weil er 1998 den 31-jährigen neuen Freund seiner Ex-Freundin getötet und die 39-Jährige so schwer verletzt hatte, dass sie Tage danach starb. Thompson gab an, er habe in Notwehr gehandelt und seine Ex-Freundin verletzt, als sie im Streit der beiden Männer vermitteln wollte. Er stellte sich selbst am nächsten Tag den Behörden.
„Chuck“ Thompson wurde bekannt, weil es ihm 2005 während eines neuen Prozesses gelang, aus einem County Jail zu fliehen. Er wurde Tage später in Louisiana gefasst.
In seinen letzten Worten erklärte er: „Ich hoffe, dass die Familie des Opfers, ihre Verwandten und ihre Angehörigen in ihren Herzen Vergebung finden können und dass Sie beginnen können, zu heilen und dies hinter sich zu lassen. In dieser Situation gibt es keine Gewinner, sie schafft weitere Opfer und traumatisiert auch 28 Jahre später noch mehr Menschen. Es tut mir leid, was ich getan habe.“
Der Sohn der Ex-Freundin – zur Tatzeit 13 Jahre alt – war unter den Zeugen der Hinrichtung. Thompsons Tod werde ihm keinen Abschluss bringen, aber sein Leben sei das Einzige, was der Täter noch zu bieten habe, „um für die Leben, die er zerstört hat, Rechenschaft abzulegen“. „Es ist eher das Ende eines Kapitels und der Beginn eines neuen“, sagte der Sohn. „Ich freue mich auf das neue.“
Sein Schmerz sei im Laufe der Jahre durch die ganze Aufmerksamkeit der Presse für Thompson und durch gelegentliche Hassbriefe von Menschen, die offenbar mit dem zum Tod verurteilten Häftling sympathisierten, noch verstärkt worden.
„Das ist Teil des Problems bei diesem Trauerprozess“, sagte er. „Ich habe um sie getrauert und ihren Verlust betrauert, aber es ist immer noch ein aktiver Prozess, weil er in der Öffentlichkeit so präsent ist.“ Das habe überschattet, wer seine Mutter war und wofür sie stand.
Gegner der Todesstrafe geben an der Stelle zu bedenken, dass eine lebenslange Haftstrafe den Täter vermutlich weit weniger ins Rampenlicht gebracht hätte.
Quellen:
https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2026/01/28/texas-execution-charles-victor-thompson-dennise-hayslip/88404261007/
https://www.patheos.com/blogs/jeffhood/wade-hayslip-a-letter-on-charles-thompsons-execution/