USA: Zwei Vollstreckungen am selben Tag – in Oklahoma und 600. Hinrichtung in Texas

Am Donnerstag wurden in den USA zwei Todesurteile vollstreckt: Raymond Johnson wurde in Oklahoma hingerichtet – Edward Busby traf es in Texas mit der 600. Hinrichtung in dem US-Bundesstaat mit den weitaus meisten Hinrichtungen.

Raymond Johnson

Am Donnerstagvormittag wurde der 52-jährige Raymond Eugene Johnson im US-Bundesstaat Oklahoma mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er im Juni 2007 nach einem Streit seine 24-jährige Ex-Freundin getötet hat.

Johnson hatte sie zunächst mit einem Hammer geschlagen und sechsmal am Kopf getroffen, bevor er sie mit Benzin übergoss und das Haus in Brand steckte. In der Wohnung befand sich die sieben Monate alte Tochter der vierfachen Mutter und verbrannte in den Flammen. Die Ex-Freundin konnte noch lebend aus dem brennenden Haus geborgen werden, starb jedoch wenig später im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen.

Johnsons Anwälte legten keine Berufung in letzter Minute beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten ein. Frühere Berufungsverfahren, in denen erfolglos eine rechtswidrige Festnahme, ein erzwungenes Geständnis und ein unzulässiges Schuldbekenntnis durch seinen Prozessanwalt geltend gemacht wurden, scheiterten. Im April lehnte der Begnadigungs- und Bewährungsausschuss von Oklahoma eine Begnadigung einstimmig ab.

Bei seiner Anhörung zur Begnadigung bat Johnson die Angehörigen der Opfer um Vergebung und erklärte, er sei ein veränderter Mensch. „Ich bitte um Vergebung. Keine Ausreden, keine Rechtfertigungen, eine aufrichtige Bitte um Vergebung. Damit Sie sehen, dass sie aufrichtig ist, schauen Sie sich meine Handlungen an. Schauen Sie sich mein Leben an. Schauen Sie, wie ich mich verändert habe. Ich lebe ein Leben voller Reue. Ich lebe es“, sagte er in einem Interview gegenüber Death Penalty Action. Die Familie der Opfer drängte jedoch darauf, die Hinrichtung durchzuführen.

Wenige Tage vor der Vollstreckung seines Todesurteils bat Raymond Johnson die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. ein Essay von ihm zu veröffentlichen: „Überbrückung der Kluft für echten Wandel„.

Edward Busby

Mit rund zwei Stunden Verspätung wurde am Donnerstagabend der 53-jährige Edward Busby Jr. durch den US-Bundesstaat Texas in Huntsville mit einer tödlichen Injektion, einer Überdosis Pentobarbital hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er im Januar 2004 zusammen mit seiner damaligen Freundin eine 77-jährige ehemalige College-Professorin in ihrem Wagen vom Parkplatz eines Lebensmittelgeschäfts entführt hatte.

Busby und seine Komplizin zwangen sie in den Kofferraum des Wagens – angeblich wollten sie ihr Opfer später freilassen, wenn sie weit genug vom Tatort entfernt wären. Die pensionierte Lehrerin der Texas Christian University erstickte jedoch unter Klebeband, das fest um ihren Kopf gewickelt war und Mund und Nase bedeckte.

In einem Interview im Gefängnis, über das die „Dallas Morning News“ 2004 berichtete, brach Busby vor den Reportern in Tränen aus, als er die Tat schilderte, und beteuerte, er habe niemals gewollt, dass jemand stirbt. „Ich habe dafür gesorgt, dass sie atmen konnte“, sagte er. „Ich weiß nicht, was passiert ist.“

Auch in seinen letzten Worten drückte Busby seine Reue aus: „Es tut mir so leid, was passiert ist. Miss Crane war eine liebenswerte Frau. Ich wollte ihr niemals etwas Böses antun.“ Er wünschte, er könnte „alles ungeschehen machen“, und fügte hinzu, er habe „kein Recht gehabt, in dieses Auto zu steigen“.

Die zweistündige Verspätung bei der Vollstreckung des Todesurteils resultierte in der Tatsache, dass das für Texas zuständige Berufungsgericht des 5. US-Bundesgerichtsbezirks eine knappe Woche zuvor einen Hinrichtungsaufschub verhängt hatte. Mit einem IQ zwischen 65 und 75 stellte sich bei Busby die Frage, ob das Todesurteil aufgrund seiner geistigen Einschränkungen überhaupt verfassungsgemäß vollstreckt werden dürfe.

Die Staatsanwaltschaft beantragte die Aufhebung des Hinrichtungsaufschubs beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, und der US Supreme Court machte eine Stunde vor dem Exekutionstermin mit 6 zu 3 Stimmen den Weg für die Hinrichtung frei. Es war die 600. Hinrichtung in Texas, seit dort 1982 zum ersten Mal ein Mensch mit der Giftspritze exekutiert wurde.

Quellen:
https://eu.oklahoman.com/story/news/crime/2026/05/14/oklahoma-executes-raymond-johnson-for-killing-ex-girlfriend-baby/90073898007/
https://www.independent.co.uk/news/world/americas/crime/oklahoma-execution-lethal-injection-raymond-johnson-b2976724.html
https://apnews.com/article/texas-execution-edward-busby-intellectually-disabled-0343470f03de9cf21583b517bfcd07eb
https://www.dallasnews.com/news/courts/article/texas-death-row-inmate-edward-busby-22247211.php
https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2026/05/14/edward-busby-texas-executions-600-supreme-court/90084524007/