Florida: Andrew Lukehart hingerichtet – obwohl das Urteil der Geschworenen nicht einstimmig war
Am Dienstagabend wurde im US-Bundesstaat Florida der 53-jährige Andrew Richard Lukehart mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er im Februar 1996 die fünf Monate alte Tochter seiner Freundin getötet hatte.
Er sollte auf das Kind aufpassen, musste ihm die Windeln wechseln und verlor dabei Geduld und Kontrolle. Während er zunächst behauptete, die Kleine sei entführt worden, gestand er wenig später und führte die Polizei zur Leiche des Kindes. Lukehart war bereits vorbetraft wegen eines ähnlichen Delikts.
In seinen letzten Worten erklärte er: „Es tut mir leid“, und zitierte einen Bibelvers, in dem Jesus am Kreuz sagte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Die Organisation „Floridians for Alternatives to the Death Penalty“ (FADP) führt in ihrem Statement aus:
„Andrew Lukeharts eigenes Leben war geprägt von jahrelanger Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung und Missachtung seiner Menschlichkeit. Was Andrew im Alter von 22 Jahren tat, war eine Tragödie. Es war aber auch die Tat eines zutiefst geschädigten jungen Mannes, der inmitten von schwerem körperlichem und sexuellem Missbrauch, Gewalt, Instabilität, intellektuellen Einschränkungen und unbehandelten Traumata aufgewachsen war.
Lange vor dem Tod des Kindes kämpfte Andrew mit Depressionen, Hoffnungslosigkeit und einem tiefen Gefühl der Wertlosigkeit, das genau in den Menschen begründet lag, die ihn eigentlich lieben und beschützen sollten. Seine aus Frustration begangenen Taten waren die eines Menschen, der nicht in der Lage war, mit einem Säugling umzugehen, und der die enorme Verantwortung, die die Betreuung eines Kindes mit sich bringt, nicht bewältigen konnte.
Überwältigt von Schuldgefühlen, Verzweiflung und Entsetzen über das, was er getan hatte, versuchte er, sich das Leben zu nehmen, indem er mit seinem Fahrzeug gegen einen Baum fuhr.“ Das alles könne, was Lukehart tat, nicht entschuldigen oder relativieren, so FADP, aber der Erklärung dienen.
Entsprechend wurde das Todesurteil in seinem Prozess nicht einstimmig gefällt – drei der Geschworenen stimmten gegen die Todesstrafe für den Angeklagten und für eine lebenslange Haftstrafe. In den weitaus meisten US-Bundesstaaten ist für ein Todesurteil ein einstimmiges Votum erforderlich.
Quellen:
https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2026/06/02/andrew-lukehart-execution-gabrielle-hanshaw/90377807007/
https://www.fadp.org/statement-on-the-execution-of-andrew-lukehart/