Texas und Georgia: LeJames Norman hingerichtet und Aufschub für Stacey Humphreys

Die US-Bundesstaaten Georgia und Texas planten zeitgleich für Mittwochabend jeweils eine Hinrichtung. In Georgia sollte Stacey Humphreys Todesurteil vollstreckt werden – er bekam den Aufschub; in Texas wurde LeJames Norman exekutiert.

LeJames Norman

Am Mittwochabend wurde in Huntsville im US-Bundesstaat Texas der 40-jährige LeJames Norman mit einer tödlichen Injektion, einer Überdosis Pentobarbital, hingerichtet.

Er war zum Tod verurteilt, weil er im August 2005 zusammen mit seinem Komplizen Ker’Sean Ramey bei einem Raubüberfall drei Menschen erschossen haben soll. Die Täter waren auf der Suche nach Kokain und brachen in das Haus eines Nachbarn ein. Nachdem sie kein Rauschgift fanden, töteten sie den 38-jährigen Nachbarn und dessen Mitbewohner, ein mit ihm befreundetes Paar, 18 und 24 Jahre alt.

Normans Anwälte argumentierten in den letzten Wochen, er verdiene Gnade, da er Reue zeige und seine schwierige und von Missbrauch geprägte Kindheit ihn auf einen Weg geführt habe, der zu den Morden geführt habe. Sie argumentierten außerdem, dass Normans Prozessanwälte es versäumt hätten, vollständig zu untersuchen, ob er infolge des „außerordentlichen Ausmaßes an Gewalt“, das er als Kind erlebte, ein Hirntrauma erlitten habe.

Die ältere Schwester der 18-Jährigen erklärte gegenüber den Medien, sie habe sich entschieden, Normans Hinrichtung nicht beizuwohnen, da dies emotional zu belastend für sie sei. „Ich glaube an Rechenschaftspflicht und Gerechtigkeit für das, was ihr angetan wurde“, sagte sie. „Gleichzeitig betrachte ich eine Hinrichtung nicht als etwas, das man feiern sollte.“ Sie fügte hinzu, dass ihr Glaube sie lehre, dass „das ewige Gericht Christus zusteht und die Rache Gott zusteht“. Nichts könne ihre Schwester zurückbringen.

Die Hinrichtung des Komplizen Ker’Sean Ramey ist für kommenden Mittwoch, 23. September, angesetzt.

Stacey Humphreys

Stacey Humphreys, dessen Todesurteil in Georgia vollstreckt werden sollte, erhielt wenige Stunden zuvor einen Hinrichtungsaufschub. Es war der zweite in neun Monaten: Der 53-Jährige hatte bereits vergangenen Dezember einen Hinrichtungstermin, der mit einem Aufschub endete.

Tyler Browning, Richter am Obersten Gerichtshof von Cobb County, verfügte den aktuellen Aufschub der Hinrichtung Humphreys aufgrund eines neuen Landesgesetzes, das es einigen Häftlingen ermöglicht, eine Strafminderung zu beantragen, wenn Misshandlungen, die sie in der Vergangenheit erlitten haben, „ein wesentlicher Mitfaktor“ für ihre Straftat waren.

In Brownings Entscheidung ging der Richter allerdings nicht auf die Begründetheit von Humphreys’ Argumenten ein, schloss sich jedoch der Auffassung der Verteidiger an, dass die Frage einer gerichtlichen Prüfung bedürfe.

Während zunächst erwartet wurde, diese richterliche Entscheidung würde angegriffen werden, bestätigte der Oberste Gerichtshof von Georgia Brownings Entscheidung, bis zu einer Anhörung über das neue Gesetz und dessen mögliche Anwendung bleibe Humphreys Aufschub bestehen.

Quelle:
https://www.usatoday.com/story/news/nation/2026/09/16/texas-georgia-executions-stacey-humphreys-lejames-norman/91798161007/