Florida: Curtis Beasley hingerichtet – in hohem Alter und trotz Verdacht auf Demenz
Am Dienstagabend wurde der 77-jährige Curtis Wilkie Beasley im US-Bundesstaat Florida mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er 1995 eine 62-jährige Frau mit zahlreichen Hammerschlägen ermordet haben soll. Es handelte sich um einen Raubmord, bei dem der Täter 800 Dollar und das Auto seines Opfers stahl.
Beasley behauptete stets seine Unschuld. Laut archivierten Nachrichtenberichten und Gerichtsakten gab es in der Tat kaum Hinweise, die Curtis Beasley mit dem Tatort in Verbindung brachten. Einer seiner Anwälte erklärte den Geschworenen während des Prozesses, dass es weder Augenzeugen noch Fingerabdrücke noch ein Geständnis gab und dass ihr Mandant kein Motiv gehabt habe, eine Frau zu töten, die er seit 17 Jahren kannte.
Doch die Jury stimmte mit 10 zu 2 Stimmen für die Todesstrafe – in den weitaus meisten US-Bundesstaaten ist für ein Todesurteil ein einstimmiges Votum der Geschworenen erforderlich.
Beasley war aufgrund seines hohen Alters nach fast 30 Jahren in der Todeszelle auf einen Rollstuhl angewiesen und litt mittlerweile unter geistiger Verwirrung und kognitivem Verfall. Für Tests im Hinblick auf eine genauere Diagnose einer Demenz verblieb in den vier Wochen zwischen Unterzeichnung des Hinrichtungsbefehls und der Vollstreckung zu wenig Zeit, wie seine Anwälte bemängelten.
Es war die 29. Hinrichtung in den USA und die 16. in Florida in diesem Jahr. Gouverneur Ron DeSantis vollzieht seit 2025 einen beispiellosen Hinrichtungsmarathon in seinem Staat. Zahlreiche der vollstreckten Urteile betreffen sehr alte Häftlinge, Militärveteranen sowie solche mit nicht einstimmigem Todesurteil.