Hinrichtungen 2018: min. 690 plus 'Tausende' in China

News

01.05.2019 | China: Gericht verurteilt amerikanischen Staatsbürger zu Tode

Ein chinesisches Gericht hat Ende April den 44-jährigen Amerikaner Mark Swidan wegen angeblicher Herstellung von Drogen und illegalem Drogenhandel zum Tode verurteilt.

Das Todesurteil des amerikanischen Staatsbürgers wurde offiziell am 30. April vom Mittleren Volksgericht der Stadt Jiangmen bekanntgeben. Mark Swidan war vor der Urteilsverkündung fast sechseinhalb Jahre in einem chinesischen Gefängnis ohne Verurteilung für ein Verbrechen inhaftiert gewesen. Das Urteil soll in zwei Jahren vollstreckt werden. 

Das Gericht hatte zeitgleich zehn andere Personen für schuldig befunden. Neben Mark Swidan wurde auch ein kanadischer Staatsbürger zum Tode verurteilt. Die elf Verurteilten können innerhalb von zehn Tagen vom Zeitpunkt der Urteilsverkündung an, Berufung einlegen.

Der Amerikaner war am 12. November 2012 während einer Geschäftsreise bei einer Durchsuchung seines Hotelraumes festgenommen worden. Zum Zeitpunkt der Durchsuchung hatten sich zwei weitere Personen - ein Fahrer und ein Dolmetscher - in Swidans Hotelzimmer aufgehalten, die Drogen mit sich führten. Bei Mark Swidan selbst wurden keine Drogen gefunden, auch nicht in seinem Zimmer. Die anschließenden forensischen Untersuchungen ergaben ebenfalls keinerlei Hinweise darauf, dass Mark Swidan in irgendeiner Weise mit Drogen in Verbindung stand: Weder DNA Spuren noch Fingerabdrücke konnten auf den Verpackungen nachgewiesen werden. Weiteren Analaysen zufolge hatte Mark Swidan selbst auch keine Drogen konsumiert. Swidans E-Mails, Briefe und Telefonate zeigten ebenfalls keinerlei Anzeichen für eine mögliche Verbindung des Amerikaners zu den Drogen. Laut Anklage Swidan eine untergeordnete Rolle bei den Drogendeals gespielt. 

Das amerikanische Konsulat in Guangzhou hatte Mark Swidan während seiner Inhaftierung monatliche Besuche finanziert. Sowohl bei der Erstverhandlung 2013 als auch bei der Verurteilung in diesem Jahr waren amerikanische Konsulatvertreter anwesend. Das amerikanische Außenministerium wie auch das Weiße Haus hatten den Fall bei zahlreichen Treffen mit der chinesischen Regierung ebenfalls vorgebracht. Kürzlich hat auch eine katholische Kirche in Houston, wo sich die Familie des Verurteilten aufhält, ihre Hilfe angeboten.

Die Todesstrafe in China gilt als Staatsgeheimnis, wodurch wenig genaue Daten über die Anzahl an ausgeprochenen und vollstreckten Todesurteile bekannt ist. Die renommierte Dui Hua Foundation mit Sitzen in San Fransisco und Hongkong geht von 2.000 Hinrichtungen aus, die jährlich durchgeführt werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie in dem Länderbericht "Die Todesstrafe in China" auf unserer Webseite.

Quelle und weitere Informationen:

"Chinese Court Sentences American Mark Swidan to Death withh Two-Year Reprieve", Dui Hua vom 30. April 2019.

 

www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de