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14.07.2017 | Japan: Zwei Männer durch den Strang hingerichtet

Am Donnerstag wurden in Japen zum ersten Mal in diesem Jahr wieder Todesurteile vollstreckt und zwei Männer wegen angeblichen Mordes gehängt.

Masakatsu Nishikawa, der wegen angeblichen Mordes von vier Personen in den Jahren 1991 und 1992 sein Todesurteil erhielt, wurde in der westlich in Japan gelegenen Stadt Osaka hingerichtet. Er beteuerte bis zuletzt seine Unschuld in verschiedenen Anklagepunkten. Koichi Sumida, der zweite Mann, wurde am selbigen Tag im Gefängnis in Hiroshima exekutiert. Er war wegen angeblichen Mordes, den er im Jahr 2011 begangen haben soll, zum Tode verurteilt worden.

Mit der Hinrichtung der beiden Männer stieg die Anzahl an Exekutionen unter der jetzigen Regierung, die 2012 an die Macht kam, auf insgesamt 19.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verurteilte vehement die Wiederaufnahme an Hinrichtungen, welche nach Ansicht der Menschenrechtsorganisation zeigen würden, dass die japanische Regierung das Recht auf Leben weiterhin missachtet. "Die Todesstrafe liefert niemals Gerechtigkeit und ist die höchste Form einer grausamen und unmenschlichen Bestrafung", so Hiroka Shojis von Amnesty International, der auf den Ostasiatischen Raum spezialisiert ist. 

Hiroka Shojis erklärte zudem, dass Hinrichtungen in Japan weiterhin im Geheimen vollstreckt werden, doch die Regierung nicht verleugnen könne, dass sie sich damit auf der falschen Seite in der heutigen Zeit befindet, in der sich die Mehrheit aller Staaten weltweit von der Todesstrafe bereits wegbewegt haben. 

Hintergrundinformationen zur Todesstrafe in Japan:

Japan zählt neben den USA zu den einzigen beiden industrialisierten Staaten weltweit, welche noch an der Todesstrafe festhalten. 124 zum Tode Verurteilte sollen sich derzeit in japanischer Gefangenschaft befinden. Weitere Informationen zur Todesstrafe in Japan finden Sie auch in dem Länderbericht "Die Todesstrafe in Japan" auf unserer Webseite.

Quelle und weitere Informationen zur heutigen Nachricht:

"Japan: Two men hanged as reprehensible executions continue", Amnesty International vom 13. Juli 2017.