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25.04.2019 | Texas: John King hingerichtet

John William King wurde gestern Abend im Huntsville Gefängnis im US-Bundesstaat Texas mittels der Giftspritze hingerichtet. Um 18:56 Uhr Ortszeit wurde er offiziell für tot erklärt, zwölf Minuten nach der Injektion der tödlichen Überdosis Pentobarbital.

Der 44-Jährige ist der zweite und somit letzte Schuldige, der im Mordfall James Byrd Jr. 1998 hingerichtet wurde. 2011 wurde Lawrence Brewer für das Verbrechen exekutiert, und Shawn Berry verbüßt eine lebenslange Haftstrafe. Byrd wurde aus rassistischen Gründen verprügelt und hinter einen Truck gespannt und mehrere Kilometer mitgeschleift.
King war zuvor in eine weiße, sehr rassistisch geprägte Gefängnisbande verwickelt gewesen, und er war bekanntlich mit rassistischen Tattoos bedeckt, darunter Ku-Klux-Klan-Symbole, ein Hakenkreuz und eine visuelle Darstellung eines Lynchmordes, so die Gerichtsunterlagen. Aber King behauptete, dass er hinsichtlich Byrds Mord unschuldig war - und behauptete, dass Berry ihn und Brewer in ihrer Wohngemeinschaft abgesetzt hatte, bevor Byrd getötet wurde.

In einem sog. „Last-minute-appeal“ argumentierte Kings Anwalt, dass ein kürzlich ergangenes Urteil des Obersten US-Gerichtshofes seinen Mandanten zu einem neuen Prozess berechtige, weil seine ursprünglichen Anwälte seinen Unschuldsanspruch vor der Jury trotz Kings Beharrlichkeit nicht geltend gemacht hätten. Das texanische Berufungsgericht lehnte diese Berufung in einem 5-4 Urteil am Montag knapp ab, und der Oberste US-Gerichtshof entschied ca. 30 Minuten nach dem geplanten Beginn der Hinrichtung, sie auszuführen.

King hatte bei seiner Hinrichtung keine persönlichen Zeugen und sprach keine letzten Worte, aber er gab vorher eine schriftliche Erklärung ab, in der es u.a. hieß: "Todesstrafe: Die ohne Kapital bekommen diese Strafe."

Quelle mit ausführlichem Bericht:

https://www.texastribune.org/2019/04/24/texas-execution-john-william-king-james-byrd/
(24.04.2019, Jolie McCullough)




www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de