USA: Zwei Hinrichtungen innerhalb von einer guten Stunde in Florida und Alabama
Am Dienstag wurde in Florida und Alabama im Abstand von einer Stunde jeweils ein Mann hingerichtet – Anthony Wainwright starb durch die Giftspritze, Gregory Hunt durch Stickstoff bzw. Sauerstoffentzug.
Anthony Wainwright
Am Dienstagabend wurde der 54-jährige Anthony Wainwright durch den US-Bundesstaat Florida mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt für die Ermordung einer 23-jährigen Frau im Jahr 1994.
Zusammen mit seinem Komplizen Richard Hamilton war er aus einem Gefängnis in North Carolina ausgebrochen. Mit einem gestohlenen Wagen waren sie nach Florida gefahren, wo das Auto seinen Geist aufgab.
Auf einem Supermarkt-Parkplatz überfielen sie ihr Opfer, entführten die junge Frau, vergewaltigten und töteten sie schließlich. Auch Hamilton wurde zum Tod verurteilt; er starb jedoch im Januar 2023 im Alter von 59 Jahren eines natürlichen Todes.
Wainwrights aktuelle Anwältin wies auf die mangelhafte Verteidigung ihres Mandanten durch seine Pflichtverteidiger in allen Instanzen des Prozesses hin – ohne Erfolg.
So rief sein ursprünglicher Anwalt in der Strafzumessungsphase des Prozesses nur einen Zeugen auf und teilte den Geschworenen so gut wie nichts über Wainwright mit, was zu einem milderen Urteil hätte führen können.
Und eine Berufung am Bundesberufungsgericht von Florida fand schlicht nicht statt, weil Wainwrights Anwalt trotz anderslautender Zusage den Antrag erst sechs Tage nach Fristablauf einreichte.
Am Ende fand sich eine Anwältin, die ihn kostenfrei vertrat, nachdem er seinen vom Gericht bestimmten Anwalt 10 Jahre nicht gesehen hatte und dieser sich weigerte, etwas für seinen Mandanten zu unternehmen.
Wainwright nannte in seinem letzten Statement seinen Verteidiger namentlich und bezeichnete ihn als schlechtesten Anwalt Floridas.
Gregory Hunt
Ebenfalls am Dienstagabend – eine Stunde nach der Exekution in Florida – wurde im US-Bundesstaat Alabama der 65-jährige Gregory Hunt per Stickstoff-Hypoxie hingerichtet.
Er war zum Tod verurteilt, weil er nach Überzeugung der Geschworenen 1988 eine 32-jährige Frau, mit der er vier Wochen zuvor auszugehen begonnen hatte, sexuell missbrauchte und ermordete.
Hunt selbst bestritt den Missbrauch – was ihm das Todesurteil erspart hätte. Er sei alkoholisiert gewesen und habe unter Drogeneinfluss gestanden in der Nacht der Tat.
Hunt hatte aufgrund seines gewalttätigen und missbrauchenden Vaters und seiner Unterbringung in Pflegefamilien eine traumatische Kindheit. Es wurden jedoch keine Zeugen präsentiert, die diese Behauptung stützen konnten, die auch zu seinem frühen Drogenkonsum beigetragen haben soll.
In den Jahrzehnten im Todestrakt hat Hunt sich zu einer Art Pastor für seine Mitgefangenen entwickelt. „Ich versuche nur, ein Licht in der Dunkelheit zu sein und den Menschen zu zeigen, dass sie sich ändern können, wenn ich es kann. Dass sie Menschen der Liebe statt des Hasses werden können“, sagte er einem NBC-Bericht zufolge.
Es war die sechste Hinrichtung, die in den USA mit Stickstoff durchgeführt wurde. Augenzeugen vorheriger Exekutionen mit dieser Methode waren verstört und entsetzt über das, was sie sahen.
In Hunts Fall wurden seine Anwälte nicht als Zeugen zugelassen, wie Insider in einer Online-Mahnwache berichteten. Die Antragsdokumente seien nicht in Ordnung gewesen – obwohl sie nachweislich rechtzeitig zugestellt wurden.
Quellen:
https://battlefordsnow.com/2025/06/10/florida-executes-man-convicted-of-raping-and-killing-a-woman-3-decades-ago/
https://www.fadp.org/statement-on-the-execution-of-anthony-wainwright/
https://www.facebook.com/FloridiansFADP/posts/pfbid02J4N8GVbz91UjQr5EATsP6Z9f711NT7cq5YY4DmsB6K9STVk7LhPQmC4gDpYJhAJzl?rdid=jb3WdjrGwkfyyOBk
https://www.wfmz.com/news/ap/ap-national/alabama-executes-a-man-by-nitrogen-gas-for-the-beating-death-of-a-woman-in/article_0d1f33c9-465a-5ada-a9e3-10ccfe8b6581.html