Florida: Billy Leon Kearse hingerichtet – mit 18 in Panik bei Verkehrskontrolle Polizisten erschossen

Am Dienstagabend wurde der 53-jährige Billy Leon Kearse durch den US-Bundesstaat Florida mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er im Oktober 1991 einen Polizeibeamten erschossen hatte.

Kearse befuhr eine Einbahnstraße in falscher Richtung und wurde von dem Polizisten angehalten, gab zunächst falsche Namen an und konnte keinen Führerschein vorlegen.

Als der Beamte seine Dienstwaffe zog und ihn festnehmen wollte, geriet der erst 18-jährige Kearse in Panik, entwand dem Ordnungshüter die Waffe und gab 13 Schüsse auf ihn ab. Er erhielt wegen Mordes ersten Grades und Raub mit einer Schusswaffe das Todesurteil.

In seinen letzten Worten erklärte Kearse: „Ich bitte seine Familie aufrichtig um Verzeihung für das, was ich getan habe. Mit meinem Tod kann ich das niemals wiedergutmachen. … Ich kann nur um Ihre Vergebung bitten, damit Sie Frieden und Versöhnung finden.“

Die Organisation „Floridians for Alternatives to the Death Penalty“ (FADP) weist in ihrer Stellungnahme darauf hin: „Billy wurde in extreme Armut, Instabilität, Missbrauch und Traumata hineingeboren. Seine Mutter war eine junge Teenagerin, die während ihrer gesamten Schwangerschaft Alkohol konsumierte. Sein Vater verließ sie, als Billy gerade einmal zwei Jahre alt war.

Er wuchs auf in einem von Gewalt und Vernachlässigung geprägten Zuhause, in Schulen, die nicht darauf vorbereitet waren, ein Kind mit geistiger Behinderung zu unterstützen, in Systemen, die ihn häufiger bestraften als schützten. Manchmal wurde Billy als Strafe gezwungen, nackt nach draußen zu gehen. Er wurde an ein Bett gefesselt, geschlagen und mehrfach sexuell missbraucht.

Seine Lehrer beschrieben ein Kind, das schmutzig und hungrig zur Schule kam, dem positive Vorbilder fehlten und das mehr als einmal die örtlichen Polizeibeamten bat, es zu verhaften, damit es etwas zu essen und einen sicheren Ort zum Schlafen für diese Nacht hatte.“

In den Jahrzehnten in der Todeszelle habe er sich zu einem einfühlsamen Menschen entwickelt, der seine impulsive Tat von tiefstem Herzen und aufrichtig bedauert habe. Er sei ein Künstler geworden, dessen Ausstellung am Freitag, drei Tage nach seiner Hinrichtung, eröffnet werden solle.

Aktivisten gegen die Todesstrafe kritisieren zudem, dass man Kearses Anwalt, der seinen Fall über 20 Jahre betreut hat, im Vorfeld der Hinrichtung nicht einmal 72 Stunden Fristverlängerung gewährte, obgleich der Vater des Juristen im Sterben lag, sodass eine ausreichende rechtliche Vertretung in der entscheidenden Schlussphase nicht gegeben war.

Quellen:
https://eu.tcpalm.com/story/news/local/florida/2026/03/03/billy-kearse-executed-for-killing-fort-pierce-officer-danny-parrish-1991-death-row-florida-murder/88907537007/
https://www.fadp.org/statement-on-the-execution-of-billy-kearse/