Florida: Chadwick Willacy hingerichtet – Hinrichtungsbefehl in Antwort auf kritische Fragen

Am Dienstagabend wurde im US-Bundesstaat Florida der 58-jährige Chadwick Willacy mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er für schuldig befunden wurde, im September 1990 eine 56-jährige Frau anlässlich eines Raubes ermordet zu haben.

Er sei bei dem Einbruch im Haus seiner Nachbarin von ihr überrascht worden, habe sie geschlagen und gewürgt und schließlich bei lebendigem Leib in Brand gesteckt. Laut Medienberichten bezeichnete Willacy sich als unschuldig.

Allerdings wurden den Gerichtsakten zufolge seine Fingerabdrücke auf dem Ventilator in der Wohnung des Opfers gefunden, Willacys Freundin entdeckte das Scheckheft des Opfers in seinem Mülleimer, Kleidung in seiner Wohnung wies Blutspuren auf, die mit der Blutgruppe übereinstimmten, und er besaß eine Reihe weiterer Gegenstände, die ihr gehörten.

In seinen letzten Worten erklärte Willacy: „Ich hoffe, dass dies der Familie des Opfers Trost spendet. Wenn das der Fall ist, ist das gut. Aber dies hier ist nicht richtig.“

Die Organisation „Floridians for Alternatives to the Death Penalty“ (FADP) weist in ihrer Stellungnahme darauf hin: „Willacy verbrachte mehr als 30 Jahre in der Todeszelle und versuchte zu beweisen, dass er mehr war als die impulsiven und verheerenden Taten, die er nur wenige Wochen vor seinem 23. Geburtstag begangen hatte – als junger Mann, der unter einer schweren und sich verschlimmernden Suchterkrankung litt.“

Er habe sich in den Jahren im Todestrakt bis zuletzt für Mitgefangene eingesetzt. Anfang März forderte er Einsicht in die Unterlagen zum Protokoll für die tödliche Injektion in Florida und stellte dabei die Frage, wie dieses während der aktuellen beispiellosen Hinrichtungsserie Floridas angewendet wurde.

Dem US-Bundesstaat wird bereits seit geraumer Zeit vorgeworfen, er habe für die tödliche Injektion Substanzen verwendet, die a) das Verfallsdatum bereits hinter sich hatten, b) zu niedrig dosiert gewesen seien und c) nicht mit den vorgesehenen Mitteln übereinstimmten.

„Anstatt auf seinen Antrag auf Einsicht in öffentliche Unterlagen zu reagieren und die Angelegenheit durch den entsprechenden Rechtsweg klären zu lassen, antwortete der Gouverneur nur eine Woche später mit einem Hinrichtungsbefehl und entschied, dass Chadwick Willacy als Nächster sterben würde“, so die Stellungnahme von FADP.

Quellen:
https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2026/04/21/chadwick-willacy-execution-florida-marlys-sather/89723397007/
https://www.fadp.org/statement-on-the-execution-of-chadwick-khalil-willacy/