Florida: Richard Randolph hingerichtet – leibliche Mutter findet Sohn 60 Jahre nach Adoption im Todestrakt

Am Donnerstagabend wurde im US-Bundesstaat Florida der 63-jährige Richard Barry Randolph mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er 1988 im Alter von 27 Jahren eine 62-jährige Frau während eines Einbruchs vergewaltigt und getötet hatte.

Randolph war adoptiert, seine leibliche Mutter – damals 17 Jahre jung – war von ihrer Familie gezwungen worden, ihren Sohn zur Adoption freizugeben. Doch anders als von der Mutter angenommen, hatte sie ihm damit nicht zu einem besseren Leben verholfen.

„Sein Adoptivvater schlug ihn mit Gürteln, Besenstielen und Fäusten und sperrte ihn manchmal tagelang in dunkle Schränke. Seine Adoptivmutter kämpfte mit Alkoholismus und schweren psychischen Erkrankungen; sie sagte ihm, er sei wertlos. Die Botschaft, die er verinnerlichte, war einfach: Er war unerwünscht und spielte keine Rolle“, erklärt die Organisation „Floridians for Alternatives to the Death Penalty“ (FADP).

Nach seiner Zeit Militärzeit begann er Drogen zu nehmen, was schließlich zu seiner Tat führte. Im Todestrakt konvertierte Randolph zum Islam und nannte sich von da an Malik Abdul-Sajjad.

„Er hat mehr als drei Jahrzehnte damit verbracht, seinen Glauben zu studieren, jüngere Männer in der Todeszelle zu betreuen, Konflikte zu schlichten und eine makellose Disziplinarakte zu führen. Er hat liebevolle Beziehungen zu seinen Familien aufgebaut und gepflegt – sowohl zu seiner leiblichen als auch zu seiner Adoptivfamilie“, so FADP.

Die leibliche Mutter hatte ihren Sohn jahrzehntelang gesucht – um ihn 60 Jahre nach der Adoption im Todestrakt zu finden.

Quellen:
https://apnews.com/article/florida-execution-richard-barry-randolph-84cf20dc6eab1eeccba87eadec81e3a8
https://www.fadp.org/statement-on-the-execution-of-richard-barry-randolph-malik-abdul-sajjad/
https://theintercept.com/2025/11/20/malik-abdul-sajjad-richard-randolph-florida-executions-desantis/